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2016 10 10 Bundestagung der Bundesarbeitsgemeinschaft für Werken

Zeit: Montag, 10. Oktober 2016, 14:00 – Dienstag, 11.10.2016, 15:20
Ort: 5163 Mattsee, Schlosshotel Iglhauser, Schlossbergweg 4

Anwesende:
MinRin Dr. Gabriele Trattner (BMB)
MinRin Mag. Babette Klemmer-Senk (BMB)
Dr. Gabriele Stöger (Moderation)
Mag. Walter Lexmüller (ZSK) und Mag. Eva Ortmayr (ZSK)
Delegierte aus den Bundesländern (siehe Anhang)
Tagesordnung lt. Programm (siehe Anhang)

Inhalt der Tagungsmappe:
Positionspapier der Bundesarbeitsgemeinschaften, Lehrplanentwurf Stand Oktober 2016, Programm der Tagung, Liste der angemeldeten Teilnehmer/innen, Folder ZSK

Montag, 10. Oktober 2016:
Eröffnung und Begrüßung der Bundestagung
durch Dr. Gabriele Stöger, MinRin Dr. Gabriele Trattner (BMB), MinRin Mag. Babette Klemmer-Senk (BMB) und Mag. Walter Lexmüller (ZSK). Dr. Trattner gibt Einblick in das Procedere der Lehrplanentwicklung. Mag. Klemmer-Senk stellt den Aufbau und das Arbeitsgebiet der BAG Werken anhand des Positionspapieres vor und verweist besonders auf die Zielsetzung Qualitätsentwicklung und –sicherung.


Der neue Lehrplan Werken für die Sekundarstufe I
Drei Personen des vierköpfigen Lehrplanteams (Eva Lausegger, Beate Mayr-Zinser und Josef Schaffelhofer) präsentierten den Entwurf für den neuen Lehrplan Technisches und textiles Werken, der unter den Prämissen Handlungsorientierung, Prozessorientierung und Material steht. Die drei Kompetenzbereiche (Prozess, Herstellung und Reflexion) und die vier Inhaltsbereiche (Technik, Design, Körper und Raum) werden vorgestellt. Der Lehrplanentwurf soll eine Basis für die Aus- und Weiterbildung bieten, in dem auch die Verbindung mit anderen Fächern deutlich wird.

In der folgenden Diskussion findet der Entwurf breite Zustimmung der anwesenden Delegierten aller Schularten (72 Personen). Die Vertreter/innen der Kunst-Universitäten (Elisabeth Freiß / Akademie der bildenden Künste, Robert Hübner / Kunst-Uni Linz, Christoph Kaltenbrunner / Uni. f. angewandte Kunst Wien und Erwin Neubacher / Mozarteum Salzburg) halten den Entwurf für eine gelungene Basis. Dr. Trattner verweist auf Anfrage darauf, dass es sich um einen Entwurf des Lehrplanes für die Sekundarstufe I handelt und führt aus, dass die Rahmenbedingungen (z.B. Gruppenteilungen, Ausstattung der Werkstätten usw.) nicht Teil des Lehrplanes seien und dass diese teilweise auch gar nicht in die Zuständigkeit des BMB fallen.
Es besteht der Wunsch nach einem Anforderungs- und Kompetenzprofil der einzelnen Schularten.
Auf die Frage nach dem Inkrafttreten des Lehrplanes verweist Dr. Trattner auf die Einbeziehung von Stakeholdern wie BÖKWE, Universitäten und Interessensvertretungen wie Arbeiterkammer und Wirtschaftskammer hin. Sie alle werden über die Lehrplanentwicklung informiert und in den Prozess miteinbezogen. Als derzeit angestrebter Zeitpunkt der Fertigstellung des Lehrplanes wird das erste Halbjahr 2017 genannt.
Die PP Präsentation des Lehrplanteams wird den Landesgruppen der BAG-Werken zu ihrer Information übermittelt, um etwaige schriftliche Rückmeldungen an das Lehrplanteam, zu dem in der Tagungsmappe zur Verfügung gestellten Entwurf, wird bis Mitte November ersucht.
MinRin Dr. Trattner weist auf die Bedeutung der Fort- und Weiterbildungsangebote der Pädagogischen Hochschulen hin. Es werde parallel zur Lehrplanentwicklung ein Konzept für die Weiterbildung entwickelt. In Kooperation mehrerer Pädagogischer Hochschulen sollen Weiterbildungslehrgänge entstehen, die von möglichst vielen Pädagogischen Hochschulen angeboten werden könnten. Im November 2016 wird ein Bundesseminar „Technisches und textiles Werken an der NMS gemeinsam unterrichten“ vom ZSK angeboten; ein weiteres Bundesseminar speziell für Lehrende der Fort- und Weiterbildung an Pädagogischen Hochschulen, im Juni 2017, ist in Vorbereitung.

Arbeit der Schulartengruppen zu zwei Fragestellungen:
  • „Welche Aspekte des Faches Technisches und textiles Werken soll meine Schulart vermitteln?“
  • „Welche Aspekte des Faches Technisches und textiles Werken sollen Schüler/innen mitbringen, wenn sie in meine Schulart eintreten?“
Berichte aus den Schulartengruppen:
VS (Andrea Reiter, A.Walser):
Welche Aspekte des Faches Technisches und textiles Werken sollen Schüler/innen mitbringen, wenn sie in meine Schulart eintreten? (Was erwartet die VS vom Kindergarten?)
  • Lebenspraktische Alltagskompetenzen schulen
Welche Aspekte und Kompetenzen des Faches Technisches und textiles Werken soll meine Schulart vermitteln? Basics VS
  • Zusammenarbeit mit Kindergärten
  • Bundesweite Vernetzung
  • Einheitliche Basiskompetenzen
  • Mit Materialien und Werkzeugen fachgerecht umgehen
  • Basiswissen kreativ umsetzen
  • Eigenständige Lösungswege finden
  • Eigenen Arbeitsplatz organisieren
  • Reflexion
NMS (Thomas Neuwirth):
Welche Aspekte und Kompetenzen des Faches Technisches und textiles Werken sollen Schüler/innen mitbringen, wenn sie in meine Schulart eintreten? (Was „erwartet“ die NMS von der VS?)
  • Schneiden, Falten und Kleben von Papier
  • Messen: Lineal, Tischlänge
  • Formbares Material: Kugel, Hohlgefäß, Skulpturen, experimentieren
  • Wolle: Knoten, Masche binden und bilden, Leinwandbildung
  • Holz: Säge, Raspel, Schleifpapier benutzen können
  • Sich auf Experimente einlassen
  • Zerlegen/ Forschen
Welche Aspekte und Kompetenzen des Faches Technisches und textiles Werken soll meine Schulart vermitteln? Basics NMS
  • Materialkunde: Materialien mit Fachbegriffen bestimmen können (Alltag)
  • Werkzeuge: einfache Werkzeuge benutzen und fachgerecht benennen können
  • Unfallverhütung
  • Funktionalität und Ästhetik bewerten und prüfen
  • Zur Konsumkritik befähigen
  • Arbeitsschritte Dokumentieren und Reflektieren
  • Statische Grunderfahrung
  • Ordnung sorgfältiger und sparsamer Umgang
  • Soziale Kompetenz: Anerkennung anderer Leistungen, Umgang mit dem Scheitern
AHS (Rudolf Hörschinger):
Welche Aspekte und Kompetenzen des Faches Technisches und textiles Werken soll meine Schulart vermitteln? Basics AHS
  • Eigene Ideen umsetzen: Handeln – Denken – selbstständig Dinge tun
  • Ideen sammeln
  • Wahrnehmung, Neugier, Erfahrung: Wie funktioniert was? Die Schüler/innen sollen die Sachwelt ausprobieren
  • Kreislauf soll erkannt werden, wie Dinge entstehen, gemacht, gebraucht und recycelt werden
  • Wertschätzung gegenüber Materialien, Technologien
  • Die Schüler/innen sollen den Weg Prozess – Produkt – Ergebnis erkennen und nachvollziehen
  • Offene Werkstätten
  • Die Schüler/innen sollen selbst Themen finden
  • Die Schüler/innen sollen erkennen, dass kreative Prozesse Zeit brauchen
PTS (Andrea Hofer)
Welche Aspekte und Kompetenzen des Faches Technisches und textiles Werken soll meine Schulart vermitteln? Basics PTS
  • Maße (messen)
  • Ordnung am Arbeitsplatz
  • Schneidetechnik
Sonderpädagogik (Wilma Schabauer)
Welche Aspekte und Kompetenzen des Faches Technisches und textiles Werken soll meine Schulart vermitteln? (Sonderpädagogik)
  • Elementare Arbeitstechniken
  • Erfahrungen mit Materialien
  • Erfahrungen mit Verbindungsmaterialien
  • Schulung der Arbeitstugenden
Wünsche:
  • Akzeptanz der uns anvertrauten Kinder
  • Möglichkeiten für den ersten Arbeitsmarkt schaffen

BAKIP (Viktoria Taucher)
Welche Aspekte und Kompetenzen des Faches Technisches und textiles Werken sollen Schüler/innen mitbringen, wenn sie in meine Schulart eintreten? (was die BAKIP erwartet)
  • Pro Jahr alle vier Bereichen der Inhalte (Technik, Design, Körper, Raum), Kompetenzen aller drei Kompetenzbereiche
Welche Aspekte und Kompetenzen des Faches Technisches und textiles Werken soll meine Schulart vermitteln? BAKIP
  • Vertiefung in den verschiedenen Bereichen (eine Wochenstunde pro Jahr/ vierjährig)
  • Vorbereitung auf die neue Reifeprüfung
  • Befähigung zur eigenen pädagogischen Tätigkeit
Uni, PH (Leopold Schober):
Was der tertiäre Sektor anbieten kann:
  • Kunstunis (und PH´s ) decken das vom LP geforderte Spektrum ab und könnten mehr anbieten
  • Interdisziplinarität an PH´s leichter realisierbar, da alle Fächer im Haus angeboten werden
  • Neues Fach positiv denken und die Chancen nützen
  • Ein praxis- und handlungsorientiertes Fach braucht (Unterrichts-)Zeit
  • Privileg der UNIs: Sie bieten viel Raum für handlungsorientierte Ausbildung
  • Attraktivität für künftige Studierende muss erhalten bleiben
  • Unfallverhütung
  • Einhellig gegen eine weitere Zusammenlegung der künstlerisch, kreativen Fächer wie Bildnerischer Erziehung und/ oder Musik mit dem Fach Technisches und Textiles Werken
  • Bundesbedienstetenschutzgesetz ist für alle gültig: Problematisch, wenn im Gegenstand ungeprüfte Personen in den Werkstätten arbeiten.
Was wird von den Studierenden erwartet?
Basics, wie sie im derzeitigen Lehrplan gefordert werden
Neugierige Studierende
Problemlösungsprozesse kennen und anwenden können



Salon Werken
Mit dem „Salon Werken“ (Möglichkeit zu freiem Gedankenaustausch) endet der erste Tag.



Dienstag, 11. Oktober 2016
Treffen der Landesgruppen:
Mag. Lexmüller erörtert die Wichtigkeit konkreter Arbeitsaufträge für die Landesgruppen und den Austausch der Landesarbeitsgemeinschaften (LAG) untereinander. Der Austausch zwischen den Landesgruppen könnte über die Website des ZSK „BAG Werken“ stattfinden. Er ersucht die Leiter/innen der Landesarbeitsgemeinschaften, ihre Termine und Berichte an das ZSK per Mail (z.Hd. Judith Fuchs Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) zu senden.

Einteilung der Bundesländervertreter in Arbeitsgruppen, Fragestellungen:

Geplante Aktivitäten und Strukturen der Landesarbeitsgemeinschaften.
Wie bringen wir die Informationen des Lehrplanes an die Kollegenschaft?

Berichte aus den Landesgruppen



Key-Note von Uni. Prof. Dr. Hengstschläger „Wie entdecke ich (m)ein Talent?“
Bezugnehmend auf das Buch „Die Durchschnittsfalle“ führt das Referat die Gefahr der Leistungsnivellierung an Schulen aus und entwickelt Strategien zum Entdecken und Entwickeln individueller Talente.

Arbeitsgruppen
Arbeitsgruppe Neuer Lehrplan:
Thema des Gespräches in der Arbeitsgruppe waren die Rahmenbedingungen.
Die Gruppengröße ist ausschlaggebend für die Sicherheit und die Qualität im Unterricht. Die Arbeitsgruppe schlägt vor, mit maximal 15 Schüler/innen pro Werkgruppe zu arbeiten.
Der Sicherheitsaspekt im Werkunterricht ist von der Gruppengröße abhängig.
Zu den Rahmenbedingungen zählt, dass der Unterricht in entsprechenden Räumlichkeiten abgehalten wird.

Arbeitsgruppe: Die Keynote im schulischen Kontext
Das Gespräch der Arbeitsgruppe hat die Stellung des Faches Werken zum Thema:
Gibt es eine Lobby für das Fach Werken? Jeder sollte in der eigenen Schule die Position des Faches stärken; es braucht dazu Lehrer/innen, die für das Fach brennen, von ungeprüften ist das nicht zu erwarten.
Allgemein gültige Thesen über das Fach wären Eckpunkte für die Lehrer/innen, für die Elternarbeit usw. Wofür steht das Fach?
Das Fach müsste in Zusammenhang mit der Rolle des Handwerks in der Gesellschaft gebracht werden.
Im Zentrum des Unterrichts soll das Bedürfnis des Kindes stehen, nicht das Material, nicht der Unterrichtsraum, sondern Entwicklung in den Themenbereichen, die Werken anbieten kann. Erproben, erkunden, erleben!
Kinder müssen heutzutage nicht mehr alle Techniken erlernen, sie sollten sie jedoch kennenlernen und unterscheiden können.
Im Werkunterricht haben Kinder die Möglichkeit ihre individuellen Fähigkeiten auszuleben. Sie arbeiten, dokumentieren, berichten usw.

Arbeitsgruppe Werken im Längsschnitt:
Ergebnis in Stichworten:
INKLUSION
Fortbildung für alle Kolleg/innen auf allen Ebenen sollte im Lehrplan in der Präambel festgehalten werden.
MOTORIK
Grobmotorik ist Aufgabe der Elementarpädagogik
Feinmotorik ist Aufgabe der Primarpädagogik
Eine trainierte Feinmotorik ist Grundvoraussetzung in der Sekundarstufe
MATERIAL
Vielfältige Erfahrung mit allen Materialien muss beim Übergang in die Sekundarstufe vorhanden sein.
GRUNDTECHNIKEN
In der Primarstufe sollen die Kompetenzen aufgebaut, in der Sekundarstufe vertieft werden. Es sollte ein Katalog erstellt werden, in dem definiert ist, welche Handtechniken die Schüler/innen beherrschen müssen (z.B. Schneiden, Messen, Umgang mit Werkzeug usw.), sie sind fächerübergreifend, alle Unterrichtsfächer profitieren davon.
KOMPETENZKATALOG - für alle Stufen
Selbst- und Fremdeinschätzung
ARBEITSPROZESS aufschlüsseln können
WERKZEUG
mit Fachtermini benennen und richtig benutzen können
UNFALLVERHÜTUNG
DISZIPLIN
Ordnung und Sauberkeit am Arbeitsplatz
SOZIALE KOMPETENZEN
Arbeiten im Team (Arbeitstugenden)
Selbstständiges Arbeiten (Eigenverantwortung)

Nächste Arbeitsschritte:
  • Aussendung der PP-Präsentation zur Information der Landesgruppen
  • Landesgruppen erhalten die PP Präsentation der Lehrplangruppe und haben die Möglichkeit, den in Papierform vorliegenden Lehrplanentwurf bei ihrem nächsten Treffen zu diskutieren.
  • Rückmeldungen per E-Mail bis Mitte November an die Lehrplangruppe (Beate Mayr-Zinser: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)
  • Bericht zur Bundestagung auf der Website www.bag-werken.at
  • Basiskompetenzen für alle Schulformen formulieren
  • Katalog der Grundkompetenzen aus der Längsschnittgruppe
  • Termine, Berichte aus den Landesgruppen bitte an das ZSK: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; cc an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Die Eintragungen auf der Website (ZSK) sind für alle Beteiligten öffentlich zugänglich

Nächste Termine:
  • 3.4.2017: BAG-Werken KO-Team im LSR für OÖ
  • 10./11.10.2017: Bundestagung in Salzburg, St. Virgil
15:15 Dr. Trattner bedankt sich bei allen TN für die rege Beteiligung und schließt die Tagung.

Anhang:
1. Programm der Tagung
2. Liste der anwesenden Teilnehmer/innen
3. Statistische Auswertung der Teilnehmer/innen
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